Beitrag von Aguila C. (IAWK – MISIVA333)
Ich lese hier viel Enttäuschung, viel Müdigkeit und auch berechtigte Fragen – vor allem dort, wo Exklusivität behauptet wurde, aber wechselnde Lehre und fehlende Aufarbeitung Vertrauen zerstört haben.
Ich möchte nichts schönreden und auch keine Kirche verteidigen.
Nur einen Gedanken stehen lassen, weil er mir zentral ist:
Christlicher Glaube steht und fällt nicht damit, ob eine Organisation „Zukunft“ hat.
Er steht und fällt damit, ob Menschen im Evangelium wirklich frei werden – frei von Angst, frei von Druck, frei von dauerndem „Du musst“.
Wenn Predigt und Gemeindeleben schwer machen, was Jesus leicht machen will, dann stimmt etwas nicht. Und wenn eine Kirche mehr Identität aus Sonderansprüchen zieht als aus Christus selbst, wird sie irgendwann leer – egal wie gut sie organisiert ist.
Vielleicht ist die ehrlichste Zukunftsfrage deshalb nicht: „Hat die NAK Perspektive?“
Sondern: „Ist Jesus in der Mitte – als Retter, nicht als Systemstütze?“
Mehr wollte ich nicht sagen.
Aguila C.
Zukunftsperspektiven NAK?
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misiva333
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Re: Zukunftsperspektiven NAK?
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Pastor E.A.C.B.
„Ad vocem Spiritus - Missio Veritatis"
Rufer zur Wahrheit | „Der Geist spricht zu den Gemeinden: Wer Ohren hat, der höre.“ (Offb 2,7)
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anda666luz
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Re: Zukunftsperspektiven NAK?
servus holger,Holger F. hat geschrieben: ↑02.12.2025, 19:19Hallo anda666luz,
Zu 1) Die NAK hat niemals behauptet, Stammapostel Bischoff sei unsterblich, sondern die Wiederkunft Christi geschehe noch zu seiner Lebzeit. Einen solchen Glauben hatte auch Ap. Schwarz. Nicht nur in kleinen Gemeinschaften findet sich dieser Glaube, sondern auch in der Erweckungsbewegung, bei einzelnen evangelikalen Predigern und in der Geschichte der Katholischen Kirche.
Hier von „Lüge“ zu sprechen, ist unterkomplex. Dass du auf den „Geisteszustand“ von IGB ansprichst, zeigt, dass du weder die Thematik „Naherwartung“ theologisch erfasst hast, noch dich mit den zahlreichen Büchern und Fachartikeln zum Thema „Botschaft“.
Zu 2) Die Deutung der Nichterfüllung der Botschaft durch Stap. Schmidt vorschnell als Lüge zu titulieren, ist ebenfalls deutlich unterkomplex. Wer die Botschaft geglaubt hat, musste sich die Nichterfüllung erklären. Biblisch gibt es unzählige Vorbilder (Mose - Josua, Jona/ Ninive uam.) dafür, dass Gott „seinen Ratschluss geändert hat“. Das muss man nicht glauben (tue ich nicht), aber man kann es - nachsichtig und emphatisch - aus der damaligen Zeit heraus verstehen…
Zu 3) Zwischen der VAG und der NAK ist vor 11 Jahren ein Schlussstrich unter die Botschaftsthematik gezogen worden, an vielen Stellen gibt es zwischen diesen Schwesternkirchen gedeihliche ökumenische Zusammenarbeit. Auch zu diesem Thema gibt es Fachliteratur, die du offensichtlich nicht gelesen hast…
Jedenfalls zeigen deine drei „Lügen“-Beispiele, dass du auf uralten „Kriegs-Pfaden“ wandelst und Positionen „zum Besten gibst“, die seit vielen Jahren weder Weltanschauungsbeauftragte und Fachtheologen, noch die NAK oder VAG vertreten…
Holger F.
zu 1: die botschaft von bischoff war schlicht und ergreifend anmaßend und grössenwahn. und die naherwartung wurde mir sozusagen 'eingeprügelt' und zwar täglich. und man dies theologisch erfassen muss, ich denke nicht! man sollte immer seinen gesunden menschenverstand walten lassen. wer den hat sieht, dass sowas nur schwachsinn sein kann.
es gab zu dieser zeit apostel, welcher die botschaft nicht geglaubt und verbreitet haben. mein großvater war seinerzeit bei ba schall im büro zu einer unterredung oder besprechung in der dennerstraße in stuttgart-süd. und schall meinte, dies (die botschaft) werde ich nicht aktiv verbreiten und predigen!
du sprichst von kriegspfaden?! habe das erlebt was ich erlebt habe, dann bist du auch auf dem kriegspfad!!! und in bezug dazu: Bevor du über einen Menschen urteilst, gehe drei Monde lang in seinen Mokassins.
in diesem sinne ...
-
Holger F.
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- Registriert: 06.01.2022, 00:27
Re: Zukunftsperspektiven NAK?
Lieber anda666luz,anda666luz hat geschrieben: ↑09.01.2026, 11:57
servus holger,
zu 1: die botschaft von bischoff war schlicht und ergreifend anmaßend und grössenwahn. und die naherwartung wurde mir sozusagen 'eingeprügelt' und zwar täglich. und man dies theologisch erfassen muss, ich denke nicht! man sollte immer seinen gesunden menschenverstand walten lassen. wer den hat sieht, dass sowas nur schwachsinn sein kann.
es gab zu dieser zeit apostel, welcher die botschaft nicht geglaubt und verbreitet haben. mein großvater war seinerzeit bei ba schall im büro zu einer unterredung oder besprechung in der dennerstraße in stuttgart-süd. und schall meinte, dies (die botschaft) werde ich nicht aktiv verbreiten und predigen!
du sprichst von kriegspfaden?! habe das erlebt was ich erlebt habe, dann bist du auch auf dem kriegspfad!!! und in bezug dazu: Bevor du über einen Menschen urteilst, gehe drei Monde lang in seinen Mokassins.
in diesem sinne ...
stelle dir bitte einen Augenblick vor, ich wäre nie neuapostolisch gewesen. Ich wäre nicht einmal Christ. Mein Interesse wären die Religionen und ich würde heute als renommierter Religionswissenschaftler mein Geld verdienen.
Dann würde ich dir schreiben, dass die Botschaft von J.G. Bischoff religionsgeschichtlich überhaupt nicht originell war, sondern es in den letzten 1000 Jahren immer wieder Kirchen- und Gemeindeleiter gab (oder einzelne Christen), die daran geglaubt haben, dass Christus zu ihrer Lebzeit wiederkommt. Und ich würde dir eine Liste mit prominenten Beispielen ausdrucken (unten angefügt).
Ich würde dir außerdem anraten, die Artikelserie über die Botschaft von Michel Koch (Glaubenskultur) zu studieren, um besser zu verstehen, welche Motive und welche Entwicklung die Botschaft genommen hat.
Vielleicht würde ich dir noch eine Liste von Apostel der Bischoff-Zeit liefern, von denen verbürgt ist, dass sie die Botschaft nie geglaubt haben. Apostel Oberländer wäre z.B. dabei…
„Es ist überliefert, dass Apostel Oberländer einen Tag nach dem Tod des Stammapostel Johann Gottfried Bischoff eine Bezirksämterversammlung einberief, bei der er die weitere Handhabung in den Gemeinden mit dem Brüdern besprach. So soll Apostel Oberländer gesagt haben, dass er der Meinung gewesen war, dass die Botschaft des Stammapostels sich nicht erfüllen würde und sich Bischoff somit geirrt hatte. Trotzdem entschied er sich an diesem Tag dazu, die offizielle Mitteilung, dass der Herr seinen Plan geändert hat, den Geschwistern mitzuteilen, damit keine Unruhe entstehen würde.“
Dann aber könnte ich dir mit meiner Kompetenz nicht mehr weiterhelfen und würde dir raten, professionelle Hilfe zu suchen (mir hat das seinerzeit geholfen). Denn es ist ungewöhnlich und für einen Betroffenen sicher nicht schön, wenn solche Vorkommnisse, die 70 Jahre her sind, einen knapp 60jährigen heute noch so mitnehmen…
+++++++++++++
Es gibt in den letzten 1000 Jahren zahlreiche Beispiele von bekannten Christen, die fest davon überzeugt waren, dass die Wiederkunft Christi zu ihren Lebzeiten oder in sehr naher Zukunft stattfinden würde. Diese Erwartungen waren oft an spezifische historische Ereignisse oder theologische Berechnungen geknüpft.
Hier sind einige prominente Beispiele:
1. Joachim von Fiore (ca. 1135–1202)
Dieser mittelalterliche Theologe und Mystiker sagte die Ankunft des "Dritten Zeitalters" voraus, das Zeitalter des Heiligen Geistes, das um das Jahr 1260 beginnen sollte. Er erwartete eine tiefgreifende spirituelle Erneuerung und das Ende der weltlichen Kirche. Obwohl er kein genaues Datum für das Parusie (die Wiederkunft Christi) nannte, glaubten viele seiner Anhänger, dass das Ende der Welt nahe sei, und seine Schriften beeinflussten nachfolgende Bewegungen wie die Franziskaner-Spiritualen, die das Ende der Zeiten in ihrer Lebenszeit erwarteten.
2. Christopher Columbus (1451–1506)
Der berühmte Entdecker war zutiefst religiös und glaubte, dass seine Reisen Teil eines göttlichen Plans seien. In seinem (unvollendeten) "Buch der Prophezeiungen"berechnete er anhand der Bibel und verschiedener historischer Quellen, dass die Welt nur noch eine begrenzte Zeit existieren würde, bevor Christus zurückkehrt. Er sah sich selbst als Instrument Gottes, das die Evangelisierung der Welt vor dem Ende ermöglicht.
3. Die Täufer von Münster (1530er Jahre)
Während der Reformationszeit gab es radikale Täuferbewegungen, die glaubten, das Ende sei gekommen. Persönlichkeiten wie Jan Matthys und Jan van Leiden erklärten Münster zum "Neuen Jerusalem" und erwarteten die Wiederkunft Christi und den Beginn des Tausendjährigen Reiches sehr unmittelbar, was 1535 in einem blutigen Konflikt endete.
4. William Miller und die Milleriten (1830er/1840er Jahre)
Obwohl dies bereits die letzten 200 Jahre betrifft, ist William Miller ein prominentes Beispiel. Der amerikanische Baptistenprediger berechnete anhand seiner Interpretation des Buches Daniel, dass Christus 1843 oder 1844 wiederkommen würde. Tausende von Milleriten verkauften ihr Hab und Gut und bereiteten sich auf die Apokalypse vor. Das Ausbleiben der Wiederkunft (die "Große Enttäuschung") führte zur Entstehung neuer Konfessionen, wie der Siebenten-Tags-Adventisten und der Zeugen Jehovas.
5. Charles Taze Russell (1852–1916)
Der Gründer der Bibelforscherbewegung (Vorgänger der heutigen Zeugen Jehovas) glaubte, dass Christus bereits 1874 unsichtbar wiedergekehrt sei und dass die Endzeitereignisse unmittelbar bevorstünden, culminating in Harmagedon um 1914.
Warum diese Annahmen?
Diese Beispiele zeigen, dass die Interpretation biblischer Prophezeiungen oft zu der Annahme führte, die eigene Generation sei die letzte vor der Wiederkunft. Die Bibel warnt jedoch explizit davor, genaue Zeitpunkte zu kennen:
"Um jenen Tag und jene Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern allein der Vater." (Matthäus 24,36)
Guts Nächtle
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eckboro
- Beiträge: 15
- Registriert: 19.09.2022, 08:11
Re: Zukunftsperspektiven NAK?
"Lieber anda666luz,
stelle dir bitte einen Augenblick vor, ich wäre nie neuapostolisch gewesen. Ich wäre nicht einmal Christ. Mein Interesse wären die Religionen und ich würde heute als renommierter Religionswissenschaftler mein Geld verdienen. ...."
Holger,
ich glaube mit dieser Kommentierung machst Du es Dir etwas zu leicht. Du schreibst aus heutiger Sicht. DU versetzt Dich nicht in ir Lage eines Kindes, dem diese Botschaft "eingebläut" wurde. Und es wurde explizit verlangt, von jedem, der sich versiegeln lassen wollte: Glaubst Du an DIE BOTSCHAFT, dann Versiegelung ja, ansonsten nein.
Neue Amtsträger mussen sich vor der Einsetzung klar zu der Botschaft bekennen - da ging es nicht darum das ich glaube das der Herr zu meiner Lebzeit kommt. Es ging um das "zweifeln nicht erlaubt".
Es sit doch bezeichnent ist doch das danach APs still und heimlich gesgat haben sie hätten die Botschaft nie geglaubt - warum nicht vorher?
Es wurde vielen Geschwistern verbiten mit den Anhängern Kuhlens Kontakt zu haben - intererssant sit, das Engelauf den Sohn vom sog. Schwarzen Peter Zeit seines Leben als Freund bezeichnete - anderen wurde der Umgang verboten.
Man kann sich das nicht so einfach machen, wie Du schreibst.
Ich bin der Meinung, selbst wenn ich mir "prof. Hilfe" holen: Es wurde uns doch eingebläubt, alles was von außen kommt, will uns nur von Gott bzw. dem Werk Gottes abbringen. Wer bitte will das wegtherapieren?
Das ist ein Dilemma Hoch Drei in dem diese Selen stecken.
Ich von Herzen dankbar das mein Abnabelungsprozeß ein weicher, sanfter war. Der Abschied eigentlich nur eine logische Folge. Leider geht das nicht allen so, ich glaube gar, den wenigsten.
stelle dir bitte einen Augenblick vor, ich wäre nie neuapostolisch gewesen. Ich wäre nicht einmal Christ. Mein Interesse wären die Religionen und ich würde heute als renommierter Religionswissenschaftler mein Geld verdienen. ...."
Holger,
ich glaube mit dieser Kommentierung machst Du es Dir etwas zu leicht. Du schreibst aus heutiger Sicht. DU versetzt Dich nicht in ir Lage eines Kindes, dem diese Botschaft "eingebläut" wurde. Und es wurde explizit verlangt, von jedem, der sich versiegeln lassen wollte: Glaubst Du an DIE BOTSCHAFT, dann Versiegelung ja, ansonsten nein.
Neue Amtsträger mussen sich vor der Einsetzung klar zu der Botschaft bekennen - da ging es nicht darum das ich glaube das der Herr zu meiner Lebzeit kommt. Es ging um das "zweifeln nicht erlaubt".
Es sit doch bezeichnent ist doch das danach APs still und heimlich gesgat haben sie hätten die Botschaft nie geglaubt - warum nicht vorher?
Es wurde vielen Geschwistern verbiten mit den Anhängern Kuhlens Kontakt zu haben - intererssant sit, das Engelauf den Sohn vom sog. Schwarzen Peter Zeit seines Leben als Freund bezeichnete - anderen wurde der Umgang verboten.
Man kann sich das nicht so einfach machen, wie Du schreibst.
Ich bin der Meinung, selbst wenn ich mir "prof. Hilfe" holen: Es wurde uns doch eingebläubt, alles was von außen kommt, will uns nur von Gott bzw. dem Werk Gottes abbringen. Wer bitte will das wegtherapieren?
Das ist ein Dilemma Hoch Drei in dem diese Selen stecken.
Ich von Herzen dankbar das mein Abnabelungsprozeß ein weicher, sanfter war. Der Abschied eigentlich nur eine logische Folge. Leider geht das nicht allen so, ich glaube gar, den wenigsten.