Wir haben eine Verabredung mit Euch

Nachricht
Autor
shalom

Re: Wir haben eine Verabredung mit Euch

#31 Beitrag von shalom » 15.07.2010, 12:31

neuapostolisches Konfirmandenlehrerbuch / § I: Gottesdienst für die Entschlafenen hat geschrieben:
Auch ich will… …für die Seelen im Jenseits beten!

Hausaufgaben
Die Konfirmanden überlegen, für welche Seelen im Jenseits sie ganz besonders eintreten wollen und legen ihre ganze Kraft in ihre Gebete. Dazu schreiben sie auf einem Blatt Papier (nicht im Arbeitsheft) all die Seelen auf, an die sie denken wollen… .


neuapostolisches Konfirmandenlehrerbuch / § II: Die Apostel lassen ihr Werk vorstellen hat geschrieben:
Auch ich will… …über die Neuapostolischen Kirche Bescheid wissen!

Hausaufgaben
Die Konfirmanden nehmen sich vor, in der folgenden Woche mit einem Menschen aus ihrem Bekanntenkreis über ihren Glauben zu sprechen. Der Konfirmandenlehrer wird sich am Anfang der nächsten Stunde mit ihnen darüber unterhalten… .



Werte Bescheidwisser, liebe Nichtwisser 8),

…wir wissen’s nicht…" :mrgreen: .

shalöm

Ale

Re: Wir haben eine Verabredung mit Euch

#32 Beitrag von Ale » 15.07.2010, 14:34

Lieber Cerberon, lieber Dieter, lieber Maximin,

danke für Ihre Hinweise auf die Praxis / Lehre in der RKK und danke für den Verweis auf die mögliche, daraus folgende Beliebigkeit des Glaubens. Die Sache scheint mir weit schwieriger zu sein, als es für mich gut wäre. Im Nebel der Argumente meine ich ein paar wenige Fixpunkte ausmachen zu können:

1. Irrlehren sind keine neuzeitliche Erscheinung
2. Laut Mose ist die Kontaktaufnahme mit Verstorbenen verboten, laut dem Bericht im Samuel (Saul bei der Seherin von En-Dor) hatte eine überlieferte Übertretung tödliche Folgen
3. Das Makkabäerbuch widerspricht insoweit Mose und Samuel als dass darin berichtet wird, dass ein Hoherpriester(?) ebenso derartige Praxis betrieb
4. Das Christentum ist eine Entwicklung aus dem Judentum

Von daher meine ich, dass die Gesamtschau (ein Wort, das ich seit dem 4.12.07 eigentlich überhaupt nicht mehr mag), durchaus gegen das an Spiritismus grenzende Entschlafenenwesen spricht.

Wie verlässlich ist die Bibel? Ich kenne die Einwände von Ihnen, Cerberon und ich muss sie auch ernst nehmen. Aber bedeutet dies nicht in letzter Konsequenz, dass ich, um festen belastbaren Grund für meinen Glauben zu finden, erst noch Hebräisch, Altgriechisch, Geschichte, Judaistik und Theologie studieren muss? Erst dann kann ich mir doch wirklich qualifiziert ein eigenes Bild machen (oder gerade dann nicht mehr :? ). Zwar bin ich der Meinung, dass mir Gott meinen Kopf und dessen Inhalt nicht ohne Grund gegeben hat, aber muss ich wirklich das alles leisten?

Für mich tendiere ich dazu, eben doch die Bibel als Grundlage zu nehmen und zwar komplett. Nicht unbedingt wörtlich, aber beim Wort. Und dann hilft der Glaube an diesen biblischen Bericht, dass Gott uns auf der Erde in seinem Sohn besucht hat und für uns gestorben ist und sein Gesetz erfüllt hat, ungemein. Und das Wissen, dass ich mich auf dieses Opfer berufen darf und die Freude darauf, ihn zu sehen und bei ihm zu sein, tröstet in so mancher Situation und hilft in so mancher Verzweiflung darüber, dass die alten Texte halt so sind, wie sie sind.

Wie gesagt, tendenziell und für mich. Auf Ihre Sichtweisen bin ich gespannt.

Herzlich

Ale

Cerebron

Re: Wir haben eine Verabredung mit Euch

#33 Beitrag von Cerebron » 15.07.2010, 15:43

Liebe(r/s) Ale,

was das Angrenzen neuapostolischen Entschlafenenwesens ans Spiritistische anbelangt werden Sie sich hier auf wenig Gegenwind einstellen müssen. Nur plädiere ich in soweit für Behutsamkeit: Man hackt ja auch nicht die Brust ab, nachdem man entwöhnt ist. Dank- und Fürbittgebete, wie Maximin sie beschrieben hat, haben als Zeichen der Liebe gewiss ihren Wert, und über die grundsätzliche Zugänglichkeit von Sakramenten für Gestorbene wird das letzte Wort auch nicht in diesem Forum gesprochen.

Zu Ihrer Sorge, für einen belastbaren Glaubensgrund womöglich einer altsprachliche Ausbildung zu bedürfen: Ja, wenn Sie sehr misstrauisch sind ;-) . Es ist ein Vorzug unserer arbeitsteiligen Gesellschaft, dass man vieles Spezialisten überlassen kann, statt alles selber machen zu müssen. Das befreit natürlich nicht von der Prüfung, was man wem glaubt.

Gruß,
C.E.

P.S.: Ihre Einschränkung mache ich mir gern zu eigen: "Tendenziell, und für mich".

Maximin

Re: Wir haben eine Verabredung mit Euch

#34 Beitrag von Maximin » 15.07.2010, 16:33

:) Ale Du schreibst u. a. so: „Und dann hilft der Glaube an diesen biblischen Bericht, dass Gott uns auf der Erde in seinem Sohn besucht hat und für uns gestorben ist und sein Gesetz erfüllt hat, ungemein.“

Weißt Du, für mich endet der Weg Jesu nicht am Kreuz und seinem Hinabstieg in das Reich der Toten. Sein Weg ging und geht doch geradlinig weiter.

In seiner Auferstehung von den Toten, in seiner bezeugten Himmelfahrt sowie in seiner Thronbesteigung neben dem Vater.

Worauf unendlich viele Christen vor uns hofften und bis heute, auf diese oder jene Weise warten, ist seine Wiederkunft, so wie es die Schrift ankündigt. Geheimnis des Glaubens. Grundlage meiner Hoffnung.

Nähme man mir die Schrift, worauf sollte ich dann meinen Glauben gründen und meine Hoffnung jeden Tag neu beleben? Auf Menschen…? Nö, ich habe eine Verabredung mit meinem Heiland. Genauer gesagt: ER mit mir. Das ist vorerst mal alles...

Liebe Grüße vom Maximin :wink:

Ale

Re: Wir haben eine Verabredung mit Euch

#35 Beitrag von Ale » 15.07.2010, 16:47

Lieber Cerberon,

wissen Sie, ich habe vor ein paar Monaten den Vortrag von Bodo Iloff zu diesem Thema gehört und mich im Anschluss hieran ein wenig mit der schriftlichen Fassung beschäftigt und in Ruhe gelesen und nachgelesen. Und wissen Sie was? Ich bin inzwischen sehr misstrauisch. Sie werden nun antworten: ja, das haben Sie davon, wenn Sie Nur Angelernten Kräften Glauben schenken. Aber die waren halt über Jahrzehnte hinweg für mich vertrauenswürdig und über Zweifel erhaben. Bzw ich habe vorausgesetzt, dass man ehrlich und kritisch forscht und die Bibel auslegt und nicht hinbiegt.

Wem sollte man aber trauen? Der von Ihnen zitierten katholischen Fraktion wird ja von der anderen vehement widersprochen. Bereits diese Entscheidung erfordert also wenigstens eine fundierte Talmibildung.

Herzliche Grüße

vom Ale

Ale

Re: Wir haben eine Verabredung mit Euch

#36 Beitrag von Ale » 15.07.2010, 16:48

Maximin hat geschrieben::) Ale Du schreibst u. a. so: „Und dann hilft der Glaube an diesen biblischen Bericht, dass Gott uns auf der Erde in seinem Sohn besucht hat und für uns gestorben ist und sein Gesetz erfüllt hat, ungemein.“

Weißt Du, für mich endet der Weg Jesu nicht am Kreuz und seinem Hinabstieg in das Reich der Toten. Sein Weg ging und geht doch geradlinig weiter.

In seiner Auferstehung von den Toten, in seiner bezeugten Himmelfahrt sowie in seiner Thronbesteigung neben dem Vater.

Worauf unendlich viele Christen vor uns hofften und bis heute, auf diese oder jene Weise warten, ist seine Wiederkunft, so wie es die Schrift ankündigt. Geheimnis des Glaubens. Grundlage meiner Hoffnung.

Nähme man mir die Schrift, worauf sollte ich dann meinen Glauben gründen und meine Hoffnung jeden Tag neu beleben? Auf Menschen…? Nö, ich habe eine Verabredung mit meinem Heiland. Genauer gesagt: ER mit mir. Das ist vorerst mal alles...

Liebe Grüße vom Maximin :wink:
AMEN!

Ale

Cerebron

Re: Wir haben eine Verabredung mit Euch

#37 Beitrag von Cerebron » 15.07.2010, 20:02

Werter Ale,

keine Sorge, ich werde Ihnen keine Vorhaltungen machen. Warum auch?

Sie schreiben, mittlerweile sehr misstrauisch zu sein. Sie klingen dabei verbittert, nein, ärgerlich, wenn ich das anmerken darf. Allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass Sie einen Anlass haben, über den Glauben selbst verbittert zu sein, an ihm zu ver-zweifeln. Eher scheint mir, dass Sie mit Amtsträgern der neuapostolischen Kirche schlechte Erfahrungen gemacht haben. Ob das so ist geht mich nichts an. Jedenfalls führen Ärger und Verbitterung häufig dazu, auch in solchen Zusammenhängen eine Gegen-Haltung einzunehmen, in denen der Auslöser des Ärgers und der Verbitterung gerade nicht gegeben ist; solches unangemessenes Verhalten führt zu weiterem Verdruss etc. Daher, halb scherzhaft: Denken Sie an "Auge um Auge"! Das ist auch ein Gnadengebot, denn man soll nicht über den erlittenen Schaden hinaus austeilen.

Ebenfalls aufgefallen ist mir der Begriff "hinbiegt". Er beinhaltet ein Unwerturteil über die Absichten des Angesprochenen. Auch in soweit plädiere ich für Vorsicht im Sinne von Behutsamkeit. Denn in vielen Fällen ist es für das Austarieren des eigenen Verhaltens und der eigenen Einstellungen zu einem anderen ausreichend, einen Mangel (nur) als solchen zu bezeichnen, ohne Mutmaßungen über die Verdorbenheit des sich mangelhaft Verhaltenden anzustellen. Ich überzeichne hier; so vernichtend haben Sie den Begriff vielleicht nicht gemeint. Trotzdem halte ich das Gesagte für bedenkenswert, gerade im Zusammenhang mit obiger Stimmungsbeschreibung.

Sie fragen, wem Sie trauen sollen, und halten es für unausweichlich, darüber eine Entscheidung vor dem Hintergrund fundierter Bildung (nebenbei: meinen Sie wirklich Falsch-Bildung?) treffen zu müssen. Nun, was wollen Sie eigentlich? Gewissheiten? Ein "und deshalb ist das und das so und so", womöglich mit Ausrufungszeichen? Bei einem notorischen Skeptiker wie mir wären Sie mit diesem Anliegen an den Falschen geraten. Ich schreibe ja gerade gegen Gewissheiten in Glaubensdingen an, gerade auch gegen a priori-Gewissheiten und glaubensnotwendige Einsichten. Es kommt doch alles von Gott her, es ist seine Gnade, sein Geschenk, das wir fortwährend auspacken.

Sehen Sie, Paulus schreibt, "wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt". Eigentlich ein Unding angesichts dessen, dass der Heiland selbst seine Jünger ein Gebet gelehrt hat. Wir sollten doch wohl wissen, was und wie zu beten "sich gebührt". Und doch: Wenn man die Worte des "Unser Vater..." nicht als magische Formel auffasst, also als etwas, das uns Gott verfügbar (beherrschbar) macht, dann stellen wir fest, dass wir vieles in unserem Gebet nicht immer als ausgedrückt empfinden, uns "fehlen die Worte". Und in diesen Zusammenhang stellt Paulus unser Unvermögen, indem er die obige Aussage fortsetzt: "...sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen". Auch da, wo wir meinen könnten, wissen zu müssen - und doch scheitern -, erweist sich der Geist als der verheißene "Paraklet": Anwalt, Beistand, Tröster.

Zurück zu Ihrer Frage, wem man glauben soll. Weiß ich's? Wie könnte ich? Wenn Sie sich auf das einlassen, was ich weiter oben geschrieben habe, dann wird Glaube nichts sein, was man hat, sondern etwas, das man tut. Man wird im Einzelfall und anhand der Umstände des Einzelfalls prüfen, wie glaubwürdig etwas ist. Aber dieses Prüfen wird nicht missmutig-misstrauisch sein. Sie haben doch einen Beistand.

Beste Wünsche,
C.E.

P.S.: Falls Sie die o.g. Paulus-Stelle suchen: Römer 8, 16ff. Das Kapitel endet übrigens mit der Bekundung einer Gewissheit ;-) Und die glaube ich auch.

42

Re: Wir haben eine Verabredung mit Euch

#38 Beitrag von 42 » 15.07.2010, 20:08

Aber bedeutet dies nicht in letzter Konsequenz, dass ich, um festen belastbaren Grund für meinen Glauben zu finden, erst noch Hebräisch, Altgriechisch, Geschichte, Judaistik und Theologie studieren muss? Erst dann kann ich mir doch wirklich qualifiziert ein eigenes Bild machen (oder gerade dann nicht mehr).
Selbst wenn Sie alles das studiert haben, werden Sie feststellen muessen, dass Sie darin nicht wie in den Naturwissenschaften eine klare Herleitung oder Beweisfuehrung fuer eine theologische These finden werden. Es gibt verschiedenste Interpretationen selbst innerhalb einer Konfession. Von Unterschieden zwischen den Konfessionen brauchen wir noch nicht einmal zu sprechen.

Im Gegensatz dazu koennen Sie an der Fakultaet A in B zum Beispiel etwas ueber die Maxwellschen Gleichungen hoeren. Wenn Sie das verstanden haben, werden Sie merken, dass an der Fakultaet C in D genau das selbe gelehrt wird. Eine solche Uebereinstimmung werden Sie in der Theologie NICHT finden.

Insofern ist das Eingestaendnis von Dr. Leber "Ich muss sagen, ich habe darauf keine Antwort" beinahe sympathisch wahrheitsgemaess.

tergram

Re: Wir haben eine Verabredung mit Euch

#39 Beitrag von tergram » 16.07.2010, 09:30

42 hat geschrieben:Insofern ist das Eingestaendnis von Dr. Leber "Ich muss sagen, ich habe darauf keine Antwort" beinahe sympathisch wahrheitsgemaess.
Ja. Ebenso wie das zum geflügelten Wort gewordene "wir wissen es nicht". Es täusche sich aber niemand:

Trotz bekundeten und nachvollziehbaren Nichtwissens wird das nichtGewusste eifrig beschworen und in die Köpfe und Seelen gepredigt, ja: Gehämmert. Kinder, denen durch ihre Seelsorger ein blind date mit Verstorbenen gemacht wird gehören ebenso dazu, wie ein Kirchenleiter, der Stimmen und Rufe aus dem Jenseits zu hören vermag.

U.a. die schon spiritistisch/okkultistisch anmutende Jenseitslehre in Kombination mit dem aktuell erneut zementierten Exklusivglauben sind typisch für eine Sekte.

Die NAK war nie etwas anderes und will nach ihrem Selbstverständnis auch nichts anderes sein. Sie würde aber uns allen nur zu gern verkaufen, dass sie sich gewandelt hat und nun im Konzert der christlichen Kirchen mitspielen kann. Der zur Schau getragene Pseudoliberalismus genügt aber nicht, um aus einer sektiererischen Sonderlehre eine ernst zu nehmende Kirche zu machen. Zunehmend scheinen das auch die Damen und Herren der ACK zu begreifen. Gut so.

Ale

Re: Wir haben eine Verabredung mit Euch

#40 Beitrag von Ale » 16.07.2010, 10:18

Lieber Cerberon,

zunächst: :oops: ich dachte an die Halbbildung (wohl wegen Tallois Demi - Or) und habe mich deren selbst überführt. Ein klassisches Eigentor! :oops:

Ärgerlich? Ich weiß nicht, eher ernüchtert. Ärgerlich dann auch, aber vor allem über mich, der es sich zu leicht gemacht hat und eben nur nachgefolgt ist, anstatt selbst zu glauben.

Unwerturteil? Steht mir sicher nicht zu, aber welchen Grund sehen Sie denn in der eingangs erwähnten "Fehl"interpretation. Denkbar sind doch eigentlich nur die folgenden:
- nie gelesen und aus dem "Gedächtnis" zitiert (etwa wie die angeblich nur für 40 Tage verheißene Wüstenwanderung der Israeliten)
- gelesen aber nicht verstanden
- hininterpretiert (um nicht zu schreiben "-gebogen") und darauf vertraut, dass keiner nachliest

Gewissheit? Woher nehmen Sie den Glauben, dass Gottes Liebe so ist, wie Sie es zitieren? Das kann doch nur der Schluss daraus sein, dass eben dieser Gott seinen Sohn für Sie gegeben hat. Ist das tatsächlich geschehen? Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: ich glaube das auch, aber ich versuche diesen Glauben ein wenig "abzusichern". Genau hierfür ist doch eine Diskussion wie die unsere hilfreich. Ich hoffe also, nicht zu neugierig zu sein.

Auf Ihre Antwort bin ich gespannt.

Herzlich

Ale

Zurück zu „Kinder“